Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 14. September 2014 | Kreuz – Zeichen unserer Erösung
Pater Gerd Hemken SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster Neustadt. Foto: scj.de

Das Kreuz – Zeichen unserer Erlösung 

Am 14. September feiert die Kirche das Fest „Kreuzerhöhung“. Was hat es mit diesem Fest auf sich? Wie ist es entstanden und was bedeutet das Kreuz? Auf diese Fragen antwortet Pater Gerd Hemken SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Neustadt im Interview. 

 

Wie ist das Fest Kreuzerhöhung entstanden?

Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin, ist im 4. Jahrhundert nach Jerusalem gepilgert, um dort die Heiligen Stätten zu besuchen. Bei diesem Besuch hat sie das verloren gegangene Kreuz Christi wiedergefunden. Am 13. September des Jahres 335 wurde in Jerusalem über dem Grab Jesu eine große, neue Basilika geweiht. Dem Volk wurde darin zum ersten Mal das Kreuz Christi gezeigt und zur Verehrung dargeboten. Auf dieses Ereignis geht das Fest „Kreuzerhöhung“ zurück.

Was ist anschließend mit dem Kreuz passiert?

Es war über Jahrhunderte in Jerusalem, später ist das Kreuz während eines Krieges abermals verloren gegangen und wurde im Jahr 628 von Kaiser Heraklius schließlich zurück nach Jerusalem gebracht. Heute finden sich Reliquien, also kleine Teile dieses Kreuzes, an vielen Orten in der ganzen Welt.

Welche Bedeutung hat das Kreuz?

Wenn man sich fragt, was das Kreuz bedeutet, muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass es in erster Linie ein Hinrichtungsgegenstand ist – ein ganz brutales Zeichen. Von daher wehre ich mich immer dagegen, wenn Leute sagen: „Das ist aber ein schönes Kreuz“. Es gibt keine schönen Kreuze. Am Kreuz sind viele Menschen auf dieser Welt auf grausame Weise hingerichtet worden. Wir haben uns aber so sehr an dieses Zeichen gewöhnt, dass wir das oft vergessen. Es mag künstlerisch wertvolle Kreuze geben, aber das Kreuz ist niemals schön. Das Kreuz ist der Ort, an dem Jesus für uns gestorben ist – dadurch ist das Kreuz, das Zeichen des Todes, für uns Christen zum Zeichen der Erlösung geworden.

Die Herz-Jesu-Priester haben ein besonderes Kreuz als Erkennungszeichen. Wie kam es dazu?

Wir haben als Symbol ein Kreuz, in dessen Mitte man ein Herz sieht. Dieses Logo ist 1978 entstanden, damals haben wir unser 100 jähriges Jubiläum gefeiert. In unserer Klosterschule in Stegen bei Freiburg wurde zu diesem Anlass ein großes Jugendfest geplant und dafür brauchten wir ein Logo. Um dieses zu finden, haben wir uns damals überlegt, einen Wettbewerb auszuschreiben. Einer der Schüler hat diesen Wettbewerb mit seinem Entwurf, mit dem Kreuz, das heute das Logo der Herz-Jesu-Priester ist, gewonnen. Für uns ist es ein wunderschönes Logo, das nicht nur in der Deutschen Ordensprovinz genutzt wird. Es ist das Erkennungszeichen unserer ganzen Kongregation und aller, die zur sogenannten „Dehonianischen Familie“ gehören. Dieses Kreuz fasst unsere gesamte christliche Spiritualität sehr schön zusammen: Wir dürfen daran glauben, dass Gott die Liebe ist – dafür steht das Herz. Eine Liebe, die uns Menschen erlöst hat, durch Jesu Tod am Kreuz. So kommt beides zusammen: das Kreuz und das Herz. Der Heilige Bonaventura hat einmal gesagt: „Nicht die Nägel hielten Jesus am Kreuz, sondern seine Liebe zu uns."

Wie kann man aus christlicher Sicht mit Leid und Kreuz im eigenen Leben umgehen?

Das Kreuz gibt es im Leben eines jeden Menschen. Manchmal ist es schwerer, manchmal leichter – das hängt von der jeweiligen Lebenssituation ab, in der sich ein Mensch gerade befindet. Ich glaube, das Kreuz wird leichter, wenn man es annimmt. Vor dem Leid und dem Kreuz im eigenen Leben kann man nicht davon laufen, und es hilft auch nichts, es zu verdrängen. Aber es kann einem helfen, sich bewusst zu machen, dass man in seinem Leid nicht alleine ist. Ich schaue in schweren Momenten gerne auf Jesus, der das Kreuz freiwillig auf sich genommen hat, aus Liebe zu mir. Wenn ich den Blick auf Jesus richte, dann sehe ich, dass das Kreuz nicht das Ende ist. Außerdem sollte man gerade dann, wenn das Kreuz im eigenen Leben spürbar wird, nicht vergessen, dass das Leben nicht nur aus Schmerz und Leid besteht. Es gibt immer wieder auch sehr schöne Zeiten im Leben. Zeiten, in denen die Ostersonne aufstrahlt. Es gibt die Auferstehung und ein Leben nach dem Kreuz.

Interview: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel 

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