Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 12. Oktober 2014 | Rosenkranzmonat Oktober

„Dieses Gebet hat mich durch alle Phasen meines Lebens getragen“

Pater Andreas Pohl SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Maria Martental. Foto: scj.de

Traditionell wird in vielen Pfarreien im Oktober häufiger als sonst der Rosenkranz gebetet. Pater Andreas Pohl SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Maria Martental erklärt im Interview, wie dieses Gebet entstanden ist und zu welchen Gelegenheiten er selbst gerne auf diese Gebetsform zurückgreift.

Der Oktober gilt als „Rosenkranzmonat“. Spielt in Maria Martental in diesem Monat das Rosenkranzgebet eine besondere Rolle?

In Maria Martental wird im Oktober vor jedem Gottesdienst sonntags und werktags der Rosenkranz gebetet. Viele Menschen kommen schon eine halbe Stunde vor der Hl. Messe in die Kirche um ihn zu beten, weil er für viele eine gute Vorbereitung auf die Feier der Hl. Eucharistie ist. Wer etwas später kommt, der schließt sich an und betet mit. Ich staune, wie vielen Menschen dieses Gebet wichtig ist. 

Wie ist das Rosenkranzgebet entstanden?

Nach einer Legende habe Maria dem hl. Dominikus den Rosenkranz als Waffe gegen die Albingenser offenbart. Was an dieser Legende wahr ist, das mag ich nicht beurteilen. Fakt ist, dass die Menschen schon im Mittelalter diese Form des Gebetes sehr gepflegt haben und der Rosenkranz zum Symbol der katholischen Frömmigkeit geworden ist. Es war damals das Gebet der einfachen Menschen, die die Hl. Schrift nicht lesen konnten. Die 150 Psalmen, die wir in der Bibel finden, hat die Volksfrömmigkeit in den 150 „Ave-Maria“ gefunden. Statt der Psalmen, die ein Gebet des Klerus und der Ordensleute war, hat das Volk den Rosenkranz gebetet.

Warum gibt es bei diesem Gebet so viele Wiederholungen?

In diesem Gebet geht es nicht um sinnlose Wiederholungen des „Gegrüßet seist du Maria“, sondern es geht um die Betrachtungen der Geheimnisse Jesu und Mariens. Betend und wiederholend soll man sich in diese Geheimnisse versetzen mit allem, was das Leben bringt. Wer den Rosenkranz in dieser Weise betet, wird die Geborgenheit Gottes und seinen Frieden im Herzen erfahren.

Ist das Rosenkranzgebet nicht zu sehr auf Maria bezogen?

Es ist ein klassisches „Mariengebet“ und warum soll es nicht auf Maria bezogen werden? Es ist ja nicht falsch in dieser Weise die Mutter Gottes zu grüßen und zu verehren. Der erste Teil: „Gegrüßet seist Du Maria…“ ist nichts anders als der Gruß des Engels an Maria in Nazareth. Wenn der Engel Gabriel sie so grüßte, dürfen wir es auch. Sein Gruß wird zu unserem Gruß. Wenn die Worte der Hl. Schrift uns zum Gebet werden, kann das nie falsch sein. Und jedes „Ave Maria“ endet mit dem Wort „Jesus“, weil es letztlich um ihn geht. Marianische und christologische Aspekte gehören in diesem Gebet zusammen.

Welche Rolle spielt das Rosenkranzgebet in ihrem Gebetsleben?

Ich bin mit diesem Gebet und mit der „Kultur des Rosenkrangebetes“ groß geworden und das war mein Glück, denn dieses Gebet hat mich durch alle Phasen meines Lebens gut getragen. Für diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar. 

Wann beten Sie den Rosenkranz besonders gerne?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich bete es dort, wo es gerade geht: im Auto, in der Kapelle, beim Spaziergag, in der Arztpraxis beim langen Warten und anderen Gelegenheiten

Welchen Rosenkranz beten Sie am liebsten?

Das kommt darauf an, wie ich mich fühle oder welche liturgische Zeit wir gerade feiern. In der Fastenzeit bete ich oft den „Schmerzhaften Rosenkranz“. In der Zeit danach den „Glorreichen Rosenkranz“. Am Anfang der Woche den „Freudenreichen Rosenkranz“. Ich höre dabei manchmal auf die innere Eingebung und handle danach.

Interview: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

 

 

 

 

 

 

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