Montag, der 27. März 2017
SCJ aktuell am 12. April 2014 | Palmsonntag ist Weltjugendtag

„Hoffnung auf Zukunft für die Kirche!“

Gruppe von Jugendlichen, die mit den Herz-Jesu-Priestern zum Weltjugendtag nach Rio gereist sind. Pater Marcio Auth ist 7. von links (Foto: SCJ-Archiv)

Interview mit Pater Marcio Auth SCJ über den Weltjugendtag 2014, der am Palmsonntag in jeder Diözese begangen wird. 

Am Sonntag findet der Weltjugendtag statt. In den Jahren in denen er nicht als internationales Treffen der Jugend mit dem Papst stattfindet, wird er in den Diözesen am Palmsonntag gefeiert. Wie passen der Beginn der Karwoche und der Weltjugendtag eigentlich zusammen?

Es geht beim diözesanen Weltjugendtag darum, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Und auf diesen Weg hin zum nächsten internationalen Weltjugendtag 2016 nach Krakau lädt Papst Franziskus die Jugendlichen ein. Gemeinsam aufzubrechen, das passt sehr gut zum Beginn der Karwoche, in der wir uns ab dem Palmsonntag im Gebet gemeinsam mit der Kirche aufmachen. Jesus hat sich ebenfalls auf den Weg gemacht, als er in der Stadt Jerusalem einzog. Damit hat sein Leidensweg, seine Passion, bis hin zum Tod begonnen. Aber der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern die Auferstehung, die wir an Ostern voller Freude feiern. Die Auferstehung ist das Ziel, auf das wir zugehen.

Papst Franziskus hat als Motto des Weltjugendtages „Selig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich“ gewählt. Was kann dieses Motto den Jugendlichen sagen?

Das ist eine sehr wichtige Botschaft, die Papst Franziskus nicht nur in die Welt hineinruft, sondern die er auch mit seinem Leben bezeugt. Gerade heute sehen sich junge Menschen oft mit unglaublich vielen Möglichkeiten konfrontiert, mit dem Konsum und vielen unterschiedlichen Lebensentwürfen. Dieses Motto kann die Jugendlichen lehren, dass man nicht alles haben kann. Dass man sich entscheiden muss, welchen Weg man gehen möchte, um glücklich werden zu können. Man kann im Leben nicht alles wählen, man kann nicht alles haben. Die Fähigkeit, eine Entscheidung zu treffen, ist daher sehr wichtig. Arm sein vor Gott heißt für mich also offen zu sein für Gott. Für das, was er schenkt. Wenn wir Gott so nachfolgen, werden wir glücklich sein.

Am 2. Sonntag in der Osterzeit wird der Initiator der Weltjugendtage, Papst Johannes Paul II., heilig gesprochen. Millionen von Jugendlichen aus aller Welt sind seiner Einladung zu den Weltjugendtagen gefolgt. Was bewegt die Menschen so sehr, um an einem Treffen mit dem Papst teilzunehmen?

Die Jugendlichen sind Papst Johannes Paul II. immer besonders am Herzen gelegen. Er hat in ihnen ein unglaublich großes Potential gesehen. Ich komme ja aus Brasilien und bei uns sagt man, dass die Jugend die Hoffnung auf Zukunft für die Kirche ist. Manchmal wird der Papst bei den Weltjugendtagen wie ein Popstar bejubelt, aber es ist immer sehr eindrucksvoll, die besondere Atmosphäre zu erleben und die große Begeisterung der Jugendlichen zu spüren. Es geht dabei nicht nur um die Begeisterung für den Papst, sondern auch um die Begeisterung für den Glauben und für Gott, dessen Stellvertreter auf Erden der Papst ja ist. Man spürt den beeindruckenden Glauben der Jugendlichen, die von allen Teilen der Erde kommen, um die Botschaft des Papstes zu hören. Und Papst Franziskus hat in Rio in ganz einfachen Worten zu ihnen gesprochen, in einer Sprache, die die Jugend versteht.

Sie sind Herz-Jesu-Priester. Begleitet Ihr Orden Fahrten zu den großen, internationalen Weltjugendtagen?

Ja, die Herz-Jesu-Priester waren bei allen Weltjugendtagen dabei. Letztes Jahr haben wir zum Weltjugendtag nach Rio eine Gruppe von etwa 35 Frauen und Männern begleitet. Die vergangenen Jahre hat Pater Gerd Hemken SCJ sehr häufig die Organisation der Fahrten übernommen, letztes Jahr durfte ich mich um die Fahrt nach Brasilien kümmern.

Was war Ihr schönstes Erlebnis auf einem Weltjugendtag?

Ich war bislang in Köln, Madrid und in Rio. Sehr beeindruckend beim Weltjugendtag in Köln fand ich die Begrüßung des Papstes. Er kam auf einem Schiff über den Rhein und die Jugendlichen säumten das Ufer. Wie viele junge Menschen dort auf ihn gewartet und ihm zugejubelt haben, das war einfach großartig. Aber auch die besondere Atmosphäre bei der Eröffnungsfeier in Rio ist mir noch in lebhafter Erinnerung. Obwohl das Wetter nicht besonders gut war, hielt das die Jugend nicht davon ab, Papst Franziskus zuzujubeln. Das, was mich aber am meisten berührt hat, war der Abschlussgottesdienst an der Copacabana in Rio mit knapp vier Millionen Menschen. Natürlich war es für mich, der ich aus Brasilien komme, auch besonders schön, dass die Jugendlichen unsere brasilianische Begeisterung, die Freude und die Gastfreundschaft erleben konnten.

Interview: Regina Maria Schwarz  Redaktion: Peter Hummel

Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer